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KalenderMittwoch, 26. November 2003, 9:55 Uhr
Geburtstag
29.11.1803

Gottfried Semper geboren


Geboren wird Semper am 29. November 1803 in Altona, das im damals dänisch besetzten Schleswig-Holstein liegt. Im Oktober 1823 beginnt er an der Universität zunächst als Student der Mathematik, hört aber auch Vorlesungen in Geschichte, Archäologie und Kunstgeschichte. In den ersten beiden Studienjahren legt er erfolgreich die Prüfung zum Artillerieoffizier ab und spielt mit dem Gedanken, in die niederländische oder preußische Armee einzutreten. Schließlich entscheidet er sich für einen Studienortwechsel nach München, um dort einen "thätigen Beruf" zu erlernen. Bereits hier endet das erste Mal ein Lebensabschnitt Sempers durch eine Flucht. Weil er aktiv an einem Duell in Regensburg teilnahm, ist er gezwungen nach Paris zu fliehen.

1832 nimmt er in Athen über vier Monate hinweg an intensiven archäologischen Untersuchungen auf der Akropolis teil, um in dem "Polychromiestreit" eine Klärung herbeiführen zu können. Seine Forschungsergebnis gibt Semper 1834 nach der Rückkehr unter dem Titel "Vorläufige Bemerkungen über bemalte Architectur und Plastik bei den Alten" heraus. Über die erdbebenartige Wirkung seiner Forschung ist Semper selbst überrascht. Jahrelang hatten die für marmorweiß gehaltenen antiken Bauten und Plastiken das Credo des Klassizismus bestimmt, von Winckelmann beschworen und von Goethe gerühmt. Für Sempers akademische Karriere ist dieses Büchlein der Grundstein: sein Name ist nun in Europa bekannt.

1834 wird ihm der Lehrstuhl für Architektur an der Kunstakademie Dresden angeboten. Am 25. September trifft er in Dresden ein, es folgt die Vorstellung beim König und am 30. September leistet er seinen Untertaneneid. Damit ist aus dem „Dänen“ ein „Sachse“ geworden. Sempers neuer Wirkungsort ist eine wachsende Stadt, deren Infrastruktur ausgebaut und deren Schmuck vermehrt werden soll. Dresden erholt sich noch von seiner Isolation nach dem Wiener Kongreß und ist dabei, wieder ein kulturelles Zentrum Mitteleuropas zu werden. Damit ist ein ideales Arbeitsfeld für einen Architekten gegeben. 1836 gestaltet Semper die Königlichen Antikensäle des Japanischen Palais und stellt in den folgenden zwei Jahren seine Fähigkeiten als praktischer Architekt mit dem Bau des Frauenaltersheims und des Maternispitals unter Beweis. Bald beginnen die Planungen zum Zwingerforum. Von dem ursprünglichen Forumsprojekt am Zwinger gelangt ab 1838 nur das Hoftheater zur Ausführung, weil man den Umbau des alten Pöppelmannschen Opernhauses am Zwinger nun endgültig für undurchführbar hält. Die Eröffnung des Hoftheaters findet nach nur drei Jahren Bauzeit am 12. April 1841 statt.

Semper wird Mitte der Vierziger Jahre ein viel beschäftigter Dresdner Architekt und zählt als solcher zu den ersten im deutschsprachigen Raum. Diesen Lebensabschnitt hohen gesellschaftlichen Ansehens sowie beruflicher und privater Erfüllung beendeten jäh die Ereignisse der Jahre 1848/49. In den vorerst nur politischen Auseinandersetzungen tritt Semper auf die Seite der konsequenten Republikaner und gehört später der Scharfschützenkompanie der Kommunalgarde an. Im April 1849 nimmt er gemeinsam mit Richard Wagner und August Röckel an der Vorbereitung der allgemeinen Volksbewaffnung teil. Als am 3. Mai Straßenkämpfe beginnen, erhält Sempers Scharfschützenkompanie den Befehl zur Verteidigung der Hauptbarrikade in der Wilsdruffer Gasse. Aufgrund des schlechten Barrikadenzustandes veranlaßt Semper einen "fachgerechten" Umbau der Barrikade, den er selbst leitet und nach dessen Vorbild dann auch andere Barrikaden umgebaut wurden. Ab dem 6. Mai ist er Kommandant der Barrikade Nr.13 in der Waisenhausstraße. Aufgrund seines Engagements setzt die neue erzkonservativen Regierung Semper nach Beendigung der Kämpfe auf die Liste der zu verfolgenden Personen. Semper bleibt nur die Flucht. Die sächsische Regierung hebt 1863 den Steckbrief gegen Semper auf und beauftragt ihn sogar mit dem Neubau des 1869 abgebrannten, von ihm errichteten Hoftheaters.




Quelle: http://www.mdr.de/geschichte/personen/143160.html